|
Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Kor 12,9 (L)

Kennen Sie das auch? Manchmal fühlt man sich so richtig schwach, kraftlos, ausgelaugt.

Jetzt im Herbst und Winter vielleicht durch eine
hartnäckige Erkältung mit Schnupfen und Fieber, die einem scheinbar die letzten Kräfte rauben und einfach nicht weg gehen will.

Oder man bekommt ganz wackelige Knie, fühlt sich schwach auf den Beinen, weil irgendetwas passiert, was den gewohnten Lebensablaufdurcheinander
wirft. Das kann etwas schönes, aber auch etwas schmerzliches sein, das solche Auswirkungen auf uns hat:

Das Kennen lernen eines wunderbaren
Menschen zum Beispiel oder der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes können solche Folgen haben.

Allerdings: Heutzutage wollen wir eigentlich
nicht schwach sein, sondern Stärke zeigen. Ich habe die Kraft, alles zu schaffen. Ich bin körperlich wie geistlich stark, nichts wirft mich
aus der Bahn. Das schönste Haus, das schnellste Auto, beruflicher Erfolg, der perfekte Body und die richtigen Menschen in meinem Bekanntenkreis
- all das unterstreicht, wie stark und attraktiv ich bin.

Schwäche gehört, wenn überhaupt, in das stille Kämmerlein, wo es niemand
sieht oder mitbekommt. Kann das gut gehen? Gelingt es uns wirklich, unsere Schwächen zu verstecken, nur stark zu sein? Ich glaube nein.
Irgendwann kommen sie zum Vorschein, unsere kleinen und großen Schwächen, Irgendwann müssen wir sozusagen "Farbe bekennen", zu dem stehen,
was uns im positiven wie negativen ausmacht. Irgendwann bröckelt auch die wunderbarste Fassade.

Wenn wir ehrlich sind: Vor solchen Augenblicken
haben wir Angst. Wollen uns verstecken, verkriechen. Wie können wir damit umgehen?

Ein Satz aus dem Brief an die Gemeinde in Korinth steht als Jahreslosung über dem Jahr 2012: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig! So sagt es
Jesus, so sagt es Gott. Und eine Erfahrung, die Paulus, der Briefschreiber, in seinem Leben gemacht hat. Als er ganz unten war, keine Kraft mehr hatte,
schwach war, da hat Gott zu ihm gehalten und ihm neue Kraft geschenkt. Ohne Vorleistung. Ohne Bedingungen.

Eine Erfahrungen, die wir in unserem Leben
auch machen können, wohl auch schon gemacht haben. In scheinbar aussichtslosen Situationen, konfrontiert mit den Abgründen und Grenzen unseres
Lebens.

Da, wo es nicht mehr weiterzugehen scheint. Dann, wenn wir verzweifelt sind an dem, was uns begegnet ist. Meine Kraft ist in den Schwachen
mächtig!' - eine Zusage, die im absoluten Widerspruch zu stehen scheint zu dem, was in unserer Zeit und unserer Welt gilt. Und darum so wohltuend,
so viel Zuversicht und Hoffnung gebend. So notwendig zum Leben.
Mag Gottes Kraft im neuen Jahr immer wieder in Ihnen mächtig werden.
Martin Stützer
|